Review< Zurück 05.08.2009

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Von Stephanie Neubauer

Zweifel essen Liebe auf; Ein Paar das sich abseits des Alltags finden muss: Ein gelungener Film von Maren Ade eingepackt in Sonnenstrahlen, Humor und einer großen Portion radikaler Realität

Man nehme: 1 Haus auf Sardinien, 1 Sommer, 1 ungleiches Paar, 1 anderes Paar

Ergibt: 1 realitätsnahe Beziehungsstudie

PR-Agentin Gitti und Architekt Chris meistern ihren Sommer auf Sardinien. Auf sich allein gestellt keimen durch die Zweisamkeit Konflikte auf die zu eskalieren drohen. Ein falsches Wort das die Stimmung kippt und doch nicht so gemeint war. Zuhause könnte man sich in die Einsamkeit retten und tagelang schmollen und reflektieren ehe man eine neuerliche Konfrontation zulässt. Im Urlaub jedoch muss man sich der Sache stellen und kann dem nicht entfliehen.

In diesem Film wird einem bewusst was der Alltag oft verdrängt. Die Liebe und ihre Tücken, könnte man fast sagen. Hier werden Fragen aufgeworfen die sich jedes Paar im Abschnitt seiner Beziehung stellt: Passen wir zusammen; sollte ich mich nicht ändern, um (besser)zu gefallen; haben wir eine gemeinsame Zukunft; wie meistern die anderen solche Konflikte; haben die anderen überhaupt solche Konflikte

Maren Ade versteht es die Situation zu durchleuchten und dem Zuschauer einen Spiegel vorzuhalten. Radikal und zeitweise schmerzhaft wird hier der Prozess einer Beziehung geschildert. Das Publikum findet sich wieder in den Charakteren und erkennt die herannahende Sackgasse vor der doch eine kleine Abzweigung wegführt. Der Schluss lässt alles offen. Und die Fragerei beginnt von vorne.

 

Meine Wertung:
4.00 Kinomos