Review< Zurück 16.07.2009

Harry Potter und der Halbblutprinz

Von Max Werschitz

Die Zauberlehrlingssaga geht nun auch im Kino in die sechste Runde und stellt seine schon lange nicht mehr kindlichen ProtagonistInnen vor schwere Entscheidungen: es geht nicht nur um Leben und Tod, sondern auch die Liebe.

Es sind harte Zeiten. Die "Death Eater" verursachen sowohl in der Welt der Zauberer als auch in der der "Muggles" Chaos, und Hogwarts hat sich von einer Schule in eine Art Hochsicherheitsgefängnis mit Zeugenschutzprogramm verwandelt. Während Voldemorts Anhänger verzweifelt versuchen hineinzugelangen, ist Dumbledore fleissig draussen unterwegs um dem Geheimnis der Unsterblichkeit seines dunkelsten Widersachers auf den Grund zu gehen. Der Schlüssel dazu scheint in einer Erinnerung von Horace Slughorn (großartig gespielt von Jim Broadbent) zu liegen, einem ehemaligem Lehrer von Tom Riddle / Voldemort der nun wieder an die Schule geholt wird. Nach und nach wird auch Harry von Dumbledore in die Suche miteinbezogen, doch "Der Auserwählte" hat durchaus seine eigenen Vermutungen und Pläne: er glaubt dass Draco Malfoy inzwischen den Death Eaters beigetreten ist und den Auftrag bekommen hat jemanden in der Schule zu töten. Und da wäre noch die Sache mit Severus Snape: kann man ihm, wie Dumbledore es anscheinend bedingungslos tut, wirklich trauen? Und wer verdammt nochmal ist dieser "Halbblutprinz" dessen eifrig bekritzeltes Schulbuch Harry zufällig in die Finger kriegt?

Harry Potter und der Halbblutprinz ist ein waschechter Krimi, spannend von der ersten bis zur letzten Minute, unglaublich dicht und atmosphärisch erzählt, und visuell in die gewohnt beeindruckenden Bilder des filmischen Potter-Universums verwebt. Doch auch der Humor und die Romantik kommen nicht zu kurz - pubertäre Hormonausschüttungen flitzen durch die Adern wie die Quidditch-Spieler durch die Luft, und bis sich am Ende die Richtigen finden ist für Unterhaltung gesorgt. Insgesamt entsteht eine perfekte Mischung an Unterhaltung, Staunen und nägelbeißendem Gruseln.

Natürlich sind der 153minütigen Kinofassung wieder einige Handlungsstränge des 600 Seiten starken Originalromans von J. K. Rowling zum Opfer gefallen oder wurden etwas adaptiert, im großen und ganzen stellt der Film jedoch ein überzeugendes Destilat dar. Etwas erstaunt hat mich dass am Ende der große Kampf zwischen den auf Hogwarts verbliebenen Mitgliedern des "Order of the Phoenix" bzw den Jungspunden von "Dumbledore's Army" und den attackierenden Death Eaters weggelassen wurde; vielleicht dachte sich Drehbuchautor Steve Kloves dass der große blitzezuckende Showdown am Ende von Teil 5 fürs erste genug war. Actionfans kommen kurz davor trotzdem auf ihre Kosten, als Dumbledore und Harry es mit einer wassergetränkten Horde von Untoten zu tun bekommen...

Band 7 (Harry Potter and the Deathly Hallows) wird in zwei Filme aufgeteilt, der Großteil der Szenen ist dafür schon abgedreht, somit dürfen wir uns schon nächstes bzw. übernächstes Jahr über sie im Kino freuen. Regie soll dann wieder David Yates führen, der ja schon seit Teil 5 das Kommando über die Filmreihe und bis jetzt durchaus sein Können unter Beweis gestellt hat.

 

Meine Wertung:
5 Kinomos